Aufbau von Selbstvertrauen durch "Fehlerfreies Lernen" bei geistiger Behinderung
Erleben Sie beim Erlernen neuer Fähigkeiten mit Ihrem Kind Momente, in denen alles plötzlich aus dem Ruder läuft, Ihr Kind reizbar wird oder sich völlig zurückzieht? Es ist einer der schwierigsten Prozesse für Eltern, zuzusehen, wie ihr Kind immer wieder scheitert und das Gefühl entwickelt: "Ich kann das nicht." Doch es gibt einen wissenschaftlichen Weg, das Gefühl des Scheiterns und die damit verbundene Frustration im Bildungsprozess bei geistiger Behinderung zu beseitigen: das fehlerfreie Lernen.
Welche Methoden des fehlerfreien Lernens helfen Ihrem Kind, die Angst vor Fehlern zu überwinden und bei jedem Schritt Erfolgserlebnisse zu erfahren?
Was sind Methoden des fehlerfreien Lernens?
Im traditionellen Lernverständnis ist das Prinzip von Versuch und Irrtum grundlegend. Für Kinder mit geistiger Behinderung führt jedoch ständiges Irren zu Motivationsverlust. Methoden des fehlerfreien Lernens sind wirksame Unterrichtsmethoden, die zur Vermittlung von Einzel- und Kettenfähigkeiten bei Personen mit geistiger Behinderung eingesetzt werden.
Die Grundlogik dieses Ansatzes ist denkbar einfach: Bevor die Person reagiert, wird ein Hinweis gegeben, damit sie die richtige Reaktion zeigt. Sie unterstützen Ihr Kind sofort dabei, die richtige Reaktion zu zeigen, noch bevor es einen Fehler macht. So macht das Kind keinen Fehler, reagiert beim ersten Versuch richtig und wird durch dieses Erfolgserlebnis motiviert.
Erlernte Hilflosigkeit überwinden
Wenn Kinder wiederholt scheitern, entwickeln sie die Überzeugung: "Egal was ich tue, ich werde es nicht schaffen" – ein Zustand, der als erlernte Hilflosigkeit bezeichnet wird. Dieses Gefühl führt dazu, dass sie sich dem Erlernen von Neuem vollständig verschließen.
Um erlernte Hilflosigkeit und negative Selbstzuschreibungen zu überwinden, sollte die Person für die im Prozess gezeigte Anstrengung und die verwendeten richtigen Strategien verstärkt werden. Es muss unbedingt betont werden, dass sie durch ihre Bemühung oder die Anwendung der richtigen Strategie Fortschritte erzielt und Ergebnisse erreicht hat. Wenn Sie Ihr Kind nicht nur beim Erreichen des Ziels, sondern auch für die dabei gezeigte Mühe loben – zum Beispiel mit: "Toll, du hast es wirklich gut versucht!" – stärken Sie sein Selbstvertrauen nachhaltig.
Wann sollten wir Hinweise zurückziehen? (Ausblenden von Hilfestellungen)
Beim fehlerfreien Lernen stellt sich häufig die Frage: "Wird mein Kind dauerhaft von diesen Hilfestellungen abhängig bleiben?" Fachkräfte setzen hier die Strategie des systematischen Ausblendens von Hilfestellungen ein. Durch das schrittweise und systematische Zurückziehen der Hilfestellung wird die Selbstständigkeit des Kindes Schritt für Schritt gefördert.
Dieser Prozess verläuft wie folgt:
Zu Beginn wird die Hilfestellung, die die größte Kontrolle über die Person erfordert, gleichzeitig mit der Anweisung gegeben, bis die Person ein bestimmtes Leistungskriterium erfüllt. (Zum Beispiel: Die Hand des Kindes beim Halten der Gabel direkt führen.)
Nachdem das festgelegte Kriterium erfüllt wurde, wird zu einer Hilfestellung übergegangen, die weniger Kontrolle erfordert. (Zum Beispiel: Anstatt die Hand zu halten, nur auf die Gabel zeigen oder eine verbale Erinnerung geben.)
Dieser Prozess wird so lange fortgeführt, bis die Person auf den Zielreiz selbstständig und korrekt reagiert.
So wird Ihr Kind, ohne es selbst zu merken, Schritt für Schritt selbstständiger und erlebt den Stolz, etwas aus eigener Kraft geschafft zu haben.
E-Rehabilitation: Eine stressfreie Lernumgebung in Ihrem Zuhause
Wenn Sie Methoden des fehlerfreien Lernens zu Hause alleine ausprobieren, ist es völlig normal, dass Sie Unsicherheiten haben wie: "Welche Hilfestellung soll ich geben?" oder "Soll ich die Hilfestellung jetzt schon zurückziehen?"
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