Lese- und Schreibprozess bei Hörbeeinträchtigung: Interaktives Vorlesen
Familien von Kindern mit Hörbeeinträchtigung berichten häufig, dass ihre Kinder im Vorschul- oder Grundschulalter wenig Interesse an Büchern zeigen oder die Inhalte gehörter bzw. gelesener Geschichten nicht nachvollziehen können. Ein Buch von Anfang bis Ende zu lesen oder anzuhören bedeutet nicht zwangsläufig, dass das Kind die Handlung wirklich verstanden hat. Besonders beim Aufbau von Lese- und Schreibkompetenzen bei hörbeeinträchtigten Kindern sind Strategien erforderlich, die das Kind aktiv in den Prozess einbeziehen – anstelle klassischer, passiver Lesemethoden.
Im Lese- und Schreibmodul der nach den Standards des Ministeriums für nationale Bildung entwickelten Förderprogramme wird angestrebt, dass Personen mit Hörbeeinträchtigung erfolgreich frühe Lesekompetenz, grundlegendes Lesen und Schreiben sowie Lese- und Hörverständnis entwickeln. Eines der wirkungsvollsten Instrumente zur Erreichung dieser Ziele ist die Methode des interaktiven Vorlesens.
Was ist interaktives Vorlesen und warum ist es wichtig?
Es wird allgemein empfohlen, dass Eltern gemeinsam mit ihren Kindern Bilderbücher lesen, um Sprach- und frühe Lesefähigkeiten zu fördern. Dieser Vorgang sollte jedoch keine einseitige Darbietung sein. Der Begriff „interaktives Vorlesen
